Josef H. Neumann (* 27. Mai 1953 in Rheine) ist ein deutscher Fotograf, Foto- u. Mediendesigner, Fotokünstler, Fotofachjournalist und Kunsthistoriker.

Neumann ist der Erfinder des Chemogramms.

 

Ausbildung
Von 1967 bis 1970 absolvierte Josef H. Neumann zunächst eine Fotografenlehre bei Gustav Wenning in seinem westfälischen Geburtsort Rheine. Von 1974 bis 1986 studierte er visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund und ergänzte dies ab 1979 mit einem Studium der Publizistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.


Wirken
Ab 1986 fotografierte Neumann für verschiedene Verlage in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Vor allem für den C. J. Bucher Verlag (München) arbeitete Neumann häufig mit der russischen Panoramakamera Horizont. So erschienen eine Anzahl von Panoramabildbänden, u.a. Paris, Wien, Schweiz, München, Deutschland, Toskana und Sizilien.

 

Sein Bildband „Deutschland“ wurde zweifach – in den Jahren 1987 und 1990 – mit dem Kodak-Fotobuchpreis ausgezeichnet. Zudem wurde dieser mit einem Vorwort des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker versehen und in einer Auflage von über 40.000 Exemplaren von der Bundesregierung über mehrere Jahre als Gastgeschenk weltweit verbreitet.


In seinem Wohnort Dortmund fotografierte Neumann in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Gerhard P. Müller für zwei umfangreiche Bildbände zu Dortmunder Kirchenschätzen, die im Verlag Fr.- W. Ruhfus in den Jahren 1987 und 1999 veröffentlicht wurden.

Neumanns Bildarchiv wird seit August 2003 vertreten durch Deutschlands erste Volldigital-Bildagentur bildkontor.com mit Sitz in Hamburg verwaltet.

Unter Verwendung von Neumanns Fotoarbeiten erfolgte im Juni des Jahres 2004 die Freischaltung des Postkartenportals zur Versendung realer Postkarten via Internetbestellung in Kooperation mit dem Unternehmen postalo.de in Hamburg.

Seit 2003 ist Neumann immer wieder frei künstlerisch in Portugal (Algarve) im Bereich Foto und Video tätig.

Im Januar 2012 eröffnete er im Dortmunder Unionviertel zusammen mit der argentinischen Künstlerin Virginia Novarin das Atelier INICIO.de.

Neumann arbeitet heute u.a. als freischaffender Fotodesigner mit Produktionen im Bereich Image- und Produktwerbung mit Print- und BewegtBildmedien. Zudem arbeitet Neumann regelmäßig als Dozent im Bereich Fotodidaktik neben staatlichen Institutionen auch für privatwirtschaftliche Unternehmen.

Josef H. Neumann ist seit 1986 Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).

Neumann veröffentlichte in allen großen deutschen Fotozeitschriften wie Color Foto, Foto, Fotoheft, Fotomagazin, Minolta Mirror, Nikon News, Photo, Photographie, Photo Revue, Professional Camera, ProfiFoto und ist Autor zahlreicher Fotobeiträge in deutschen und europäischen Publikationen.
 

Lehre
Neumann lehrte ab 1979 in Abständen an der Fachhochschule Dortmund in den Fachbereichen Fotodesign und Sozialarbeit. Der Fachbereich Informatik der Fachhochschule Dortmund betraut ihn seit 20 Jahren mit dem Lehrauftrag „Gestaltung mit elektronischen Medien“.

Mit professorablen Status an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Design von 1986 bis 1987 verfasste Neumann zusammen mit Harald Mante in den Jahren 1986 und 1988 zwei Standardwerke zu den Themen Filme kreativ nutzen und Objektive kreativ nutzen im Verlag Photographie (Schaffhausen).

1993 lehrte Neumann an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Fotoingenieurwesen.

Auf Basis intensiver und kreativer Untersuchungen der damals neuen Kamerageneration Zoom-Kompakte erschien 1994 sein Buch Zoomkompakte kreativ anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des japanischen Kamerakonzerns Asahi Optical Joint Stock Co. alias Pentax im Verlag Photographie (Schaffhausen).


Redaktionelle Tätigkeiten
Von 1981 bis 1996 war Neumann Mitglied der Redaktion Photographie in den Städten Düsseldorf und Zürich.

Als Chefredakteur leitete Neumann von 1990 bis 1992 zeitgleich die Redaktion der Zeitschrift Fotoheft.
 

Forschungsarbeiten

1974 Entdeckung der Chemogramme und Bestimmung des Begriffes. Der Buchstabe "o"  wurde stellvertretend für den optischen Einfluss in dem Chemogramm gewählt. Bei der Erstellung eines Chemogramms wird zuerst ein fotografisches Bild in der Dunkelkammer auf SW Fotopapier belichtet. Die Entwicklung wird eingeleitet und direkt danach bei Tageslicht selektiv mit farblosen Chemikalien auf dieser Fotoemulsion weiter gemalt. Jedes gemalte Chemogramm ist ein Unikat. Die Reaktionen der Chemikalien, die letztlich die Farbgebung in der Schicht evozieren, sind nur eingeschränkt zu beeinflußen.  Es sind abstrakte Kunstwerke, die zum Zeitpunkt der Entdeckung 1974 eine Schnittstelle zwischen Malerei und Fotografie bildeten.

1976 Erste erfolgreiche Testversuche zur Erstellung „essbarer Fotodrucke“ mittels Siebdruck in Vierfarbauszügen und Prägung des Begriffs

1992 Firmengründung FOTOMeDIA und Forschungsarbeit mit Schwerpunkt in elektronischer Bildbearbeitung für Multimedia-Projekte

1996 DIPO DIGITAL POSTCARD® Entwicklung, Markeneintragung beim DPMA und Vermarktung der ersten digitalen Postkarten der Welt auf Diskette

1998 Vollendung der 1976 begonnenen Forschungsarbeit zu Erstellung „essbarer Fotodrucke“ durch die Verwendung der Piezodrucktechnik und Lebensmittelfarben.